Upside down, life you’re turning me

Ist gerade eine spezielle Sternenkonstellation oder drehe nur ich am Rad? Bei mir steht alles auf dem Prüfstand. Mein Denkapparat feiert gerade Abrissparty. Und ich schaue zu. Staunend. Da gehen Leute über Board, die ich schon fast als „Freunde“ bezeichnet habe. Und jetzt: Die Klippe habe ich sie herabgestoßen, auf Nimmerwiedersehen. Da geht’s lang, Lemming. Mein Gehirn polt sich um, es tut, was es will. In den letzten Monaten hat mich die Vehemenz meiner grauen Zellen schon mehrfach grenzwertig angestrengt. Wenn man sich so eine Art „beste Leben“ aufgebaut hat und es anschließend von sich selbst um die Ohren gehauen bekommt, ist das für die einen logisch, für die anderen nicht nachvollziehbar und für mich typisch. So in etwa, als hätte man die EZB kurz nach Eröffnung mit der Abrissbirne ausradiert, sodass der Staub der investierten Millionen sich allmählich in die Vitrinen der Frankfurter hineinfitzeln und alles mit einer Schicht aus weichem Staub bedecken würde. Ja. So funktioniere ich. Ich halte es aus. Ich schmeiße mich in Schale und tauche ab, tanze und bin ganz bei mir und gleichzeitig lost. Wer und was mir wichtig ist, darüber nachzudenken, hatte ich in den letzten sechs Jahren kaum Zeit. Ich war sehr Mutter. Vielleicht fühlt es sich gerade deswegen jetzt so intensiv an, weil ich etwas nachhole. Ein Verarbeitungsprozess, der zu lange auf Halde lag. Wie wenn man einen Windows PC defragmentiert und er nie wieder damit aufhört.

Eine Rakete schien mir zwischenzeitlich das beste Verkehrsmittel zu sein, nur wohin fliegen? Die Frage kam zu spät, bin schon unterwegs, und zwar schnell. Mit dem Rücken an einer Klippe stehen und sich einfach fallen lassen. Irgendwie einen klaren Kopf kriegen. Wenn da nicht die Kinder wären. Wenn da nicht die Kinder wären! Wäre ich vielleicht komplett weg. So bin ich aber ein Hund, an einer Säule festgekettet, der gerade wild kläffend sich halb selbst stranguliert. Vielleicht rühre ich auch den Jogurt morgens einfach nur in die falsche Richtung. Oder der Spiegel gegenüber des Fensters muss weg. Ich habe für einige Jahr wirklich die Zähne zusammengebissen und zugegebenermaßen einige meiner Bedürfnisse ignoriert. Das habe ich jetzt davon. Es bleibt mir im Moment nicht viel anderes übrig, als abzuwarten. Das Fass ist nicht übergelaufen, es ist weggelaufen. Und wenn jetzt in China ein Sack Reis umfällt, vielleicht bin ich dann da. Hier bin ich jedenfalls nicht. Aber ich komme wieder und dann wird alles so sein, wie ich bin. Wie wir sind und so.

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