Sag jetzt nix [Fragment]

Der Ursprung aller Texte. Alleingelassen und verstört entschied ich im ersten Jahr meines Mutterdaseins, dass mir allein das Internet helfen könne. Ich wollte etwas sagen, ohne eine Antwort zu bekommen. Keine Konversation, keine Unterhaltung, keinen Diskurs. Die vielen Wenns und Abers in diesen Babytreffs: genug. Kein Spaß. Alle Welt arbeitet montags früh um 9 Uhr oder fällt aus‘m Club. Wohin, wenn man dann schon drei Stunden abwechselnd die Quietscheente massiert und das Bilderbuch vorgelesen hat? Des Nicht-Durchdrehens wegen besucht man diese Babystunden. Ich habe dort meine erste Ich-Auflösung erfahren, als ich „Hallihallo“ singend im Kreis gelaufen bin. Das schaffen andere nur auf LSD.

Im Internet kann man einfach sagen wie es ist und Schluss, Ende, Aus. Keine Widerworte jetzt. Finito la musica. Ende Peng. Loswerden und dann gestreichelt werden, sag jetzt nix!

Ein Blog also. Der perfekte Ort für ein Solo. Ich rede, ihr lest. Da ich mit sieben Jahren den Fortsetzungsband der Abenteuergeschichten von Enid Bylton verfasst hatte, traute ich mir das mit dem Unterhalten zu.

Instagram kam später. Ist dann auch eher ein Austauschmedium. Aber da war ich ja längst wieder eine von denen, die montags früh um 9 Uhr an der Arbeit ist. Da hab ich mehrmals täglich meinen Soloauftritt. Der Nachteil am modernen Schulsystem ist nur: die sind abgerichtet zu antworten.

So, biste jetzt fertig, Kante? Ja. Aber keine Widerrede!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s