Schluss endlich.

Ich schrieb diese Überschrift gestern auf ein Stück Klopapier und deponierte es neben dem Bett, denn darin lag ich bereits und wollte sichergehen. Ich fand, dass stürbe ich diese Nacht, dieser Zettel doch sicher zu Irritationen führen würde, ging das Risiko aber dann ein. Wilde Hummel bin ich. Just sitze ich verschwitzt am PC, ich mache jetzt Sport und muss eben noch ausschwitzen. Klingt alles sehr vernünftig, nicht wahr? Das mit dem Sport, das war kein guter Vorsatz, das war ein Zwang. Arzt sagt: Sport. Ich muss es mir noch zurechtbiegen, dass ich jetzt Besitzerin eines Crosstrainers bin. Ich kann es kaum tippen. Bis dato waren Sportarten, die nichts mit Adrenalin zu tun hatten, für mich vollkommen sinnfreie Neurosen, unter denen nur Leute litten, die „fit“ bleiben wollen. „Fit“. Und fit, das liegt bei mir in der Schublade gleich neben Bausparen und Altersvorsorge – absolut zu vermeiden, genauso wie Jahresrückblicke. Man verschone mich mit Jahresrückblicken und best of nine. Mensch, war das alles toll, schaut mal her, was habe ich nicht alles und was war das nicht alles. Bitte. Danke. Für den vielen Sport brauche ich jetzt also noch schnell einen Ausgleich, ein Yang fürs Ying, sonst verknotet sich mein Pendel nur wieder. Ich nehme Vorschläge entgegen. Mehr Wein habe ich schon. Es reicht aber nicht. Und wenn ich jetzt noch „fit“ werde, oh ha. Für’s erste reicht’s mit der Anpasserei, das ergab sich so im Laufe 2018. Nach der Welt habe ich mich lang genug gerichtet, jetzt richte sie sich gefälligst mal wieder nach mir, und los. Und jetzt mache ich Schluss mit 2018, auch wenn ich nichts zu meckern habe. Ich hab Bock auf was Neues, also her mit dem brandheißen neuen Jahr – neu ist gut, neu glänzt, neu riecht nach neu – scheißegal, dass 2018 stets bemüht war. Aussortieren trotz Angst vor dem Loslassen. Wie widersprüchlich, aber im Ernst: Ich ignoriere Widersprüchlichkeiten seit Neuestem, das kommt ganz gut. Sagen wir mal, es erleichtert den Gedankenfluss im Alltag – man muss ja nicht jeden Gedanken zu Ende denken. Bin ja nicht Sherlock. Aber ich könnte es werden.

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